Häufig gestellte Fragen: „FAQ“ zum Thema Vierzügigkeit des Philipp Melanchthon Gymnasium!

Wie viele Anmeldungen an Gymnasien in Trägerschaft des Landkreises Gifhorn gab für das Schuljahr 2015/16, wie viele am Lessinggymnasium in BS-Wenden?

Humboldt-Gymnasium Gifhorn: 158 Schüler/6 Klassen Otto-Hahn-Gymnasium Gifhorn: 110/4 Gymnasium Hankensbüttel: 143/5 Sibylla-Merian-Gymnasium Meinersen: 106/4 Lessinggymnasium BS-Wenden: von 137 Schülern (damit fünfzügig) kommen 96 aus der Samtgemeinde Papenteich.

 

Wie viele Anmeldungen, Aufnahmen und Absagen gab es am PMG für 2015/16?

Es gab insgesamt 151 Anmeldungen/84 Aufnahmen/67 Absagen. Davon kamen aus der Samtgemeinde Papenteich 103/57/46, aus der Samtgemeinde Isenbüttel 42/23/19 und aus anderen Gemeinden 6/4/2.

 

Wie hoch sind die Kosten, über die wir hier sprechen? Müssen am PMG nicht ohnehin neue Klassenräume gebaut werden, weil ja jetzt wieder G9 eingeführt wurde?

Das ist richtig. Durch die Einführung von G9 ist zu prüfen, welchen zusätzlichen Raumbedarf die Gymnasien jetzt haben. Notwendige Veränderung werden dann zu beschließen sein. Diese Kosten am PMG betragen – vorsichtig geschätzt – etwa 2.000.000 Euro. Ob das Land Niedersachsen sich an den Kosten beteiligt, ist nicht sicher.

Nach Auskunft der Kreisverwaltung belaufen sich die einmaligen Kosten der Einführung einer Vierzügigkeit am PMG auf 5.825.000 Euro (alle Zahlen ohne weitere Nutzung des Pavillons). Die Summe teilt sich auf in 4.700.000 Euro reine Baukosten sowie 1.125.000 Euro Erstausstattungskosten. Hinzu kommen jährlich zusätzliche Kosten in Höhe von 80.000 Euro für Bewirtschaftung und Bauunterhaltung. Einsparungen würden erzielt in Höhe von jährlich 101.000 Euro, da sich die Gastschulgeldzahlungen (an die Stadt Braunschweig) und die Schülerbeförderungskosten verringern.

Insgesamt kommt die Kreisverwaltung daher zu folgendem Ergebnis:
„Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung x wird in der Regel auf 30 Jahre angelegt. Selbst ohne Betrachtung von Verzinsung liegt der Zeitpunkt der Amortisation o. g. Investitionen durch die beschriebenen Einsparungen im laufenden Betrieb x deutlich außerhalb dieses Betrachtungszeitraumes.“ (Quelle: Landkreis Gifhorn, Vorlage Vierzügigkeit PMG)

 

Was, fast 6 Millionen Euro? Wie soll das denn finanziert werden? Muss sich denn eigentlich der Schulträger, die Evangelische Landeskirche Hannover, nicht beteiligen?

Nach dem Vertrag zwischen Schulträger und Landkreis muss eigentlich die Landeskirche die Baukosten tragen, da es nach Aussagen der Kreisverwaltung keinen schulischen Bedarf für die Einrichtung eines vierten Zuges am PMG gibt. Die Landeskirche müsste aber einen entsprechenden Antrag stellen. Bis heute liegt aber kein Antrag der Landeskirche vor.

Die Antragstellerin CDU macht in ihrem Antrag zur Finanzierung der fast 6 Millionen Euro keine Angaben. Die Formulierung „Zu verhandeln ist, in welchem Umfang sich die Landeskirche Hannover als Träger des PMG an den Baukosten beteiligt“ (Quelle: CDU-Antrag vom 17.6.2015) ist wenig konkret. Im Ergebnis heißt das: Die Landeskirche möchte das Geld nicht ausgeben und überlässt die Finanzierung eines vierten Zuges am PMG dem Landkreis Gifhorn, also dem Steuerzahler. Etwaige staatliche Zuschüsse wird es wahrscheinlich nicht geben, da ja für die Baumaßnahme kein schulischer Bedarf besteht.

 

Wenn eine Schule so gut angenommen wird, müssen dann die Politiker nicht dafür sorgen, dass alle Eltern, die das wollen, ihre Kinder da auch hinschicken können?

Der Landkreis Gifhorn hält ausreichend Plätze bereit. Eltern, die ihr Kind in ein Gymnasium schicken möchten, können dies ohne Probleme realisieren. Ein vierter Zug am PMG wäre eine freiwillige finanzielle Leistung des Landkreises, für die es keine sachliche Notwendigkeit gibt.

Es ist richtig, dass viele Kinder keinen Platz am PMG bekommen. Nach Einrichtung eines vierten Zuges können jedes Jahr zusätzlich 27 Schüler das PMG besuchen. Für das laufende Schuljahr 2015/16 hätte das bedeutet, das immer noch 40 Kinder abgewiesen worden wären.

 

Sind andere Gymnasien durch einen vierten Zug am PMG gefährdet?

Unmittelbar betroffen sind das Otto-Hahn-Gymnasium in Gifhorn und das Lessinggymnasium in BS-Wenden. In ihrem Bestand gefährdet sind sie nicht, allerdings gehen beiden Schulen von einem spürbaren Rückgang der Schülerzahlen und damit dem Verlust eines Zuges aus.

Für die Elternvertretung des Otto-Hahn-Gymnasiums beispielsweise ist es „nicht nachvollziehbar“, dass Investitionskosten anfallen sollen, obwohl kein schulischer Bedarf besteht. Das Geld solle vielmehr „in schon bestehende Unterrichts- und Fachräume der anderen Gymnasien mit Investitionsstau fließen“ (Quelle: Stellungnahme des Schulelternrates vom 31.8.2015). Aus der Stadt Braunschweig hat sich Oberbürgermeister Ulrich Markurth zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an Landrat Dr. Ebel bittet er, „die Erweiterung des PMG nicht weiter zu verfolgen“ (Quelle: Schreiben vom 25.6.2015). Er verweist auf eine Summe von 16 Mio. Euro, die auch im Hinblick auf eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit mit dem Landkreis Gifhorn in das Lessinggymnasium investiert wurde.

Weitere Informationen:

Antrag der CDU vom 17.6.2015
Vorlage der Landkreisverwaltung
Stellungnahme des Schulelternrates des Otto-Hahn-Gymnasiums, Gifhorn
Brief des Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth an Landrat Dr. Ebel
Fraktion Grüne-Piraten-Linke: Bericht über eine Anhörung vom 3.9.2015
Fraktion Grüne-Piraten-Linke: Pressemitteilung vom 19.8.2015
Fraktion Grüne-Piraten-Linke: Pressemitteilung vom 26.6.2015
Fraktion Grüne-Piraten-Linke: Pressemitteilung vom 19.6.2015

Verwandte Artikel