Luftreinigungsgeräte für Schulen anschaffen

Rede von Klaus Rautenbach zu TOP Ö15 im Kreistag am 15.12.2020

Klaus Rautenbach

Änderungsantrag Grüne: Neben den CO2-Messgeräten für jeden Schulstandort sind auch noch jeweils ein Luftreinigungsgerät anzuschaffen.

Der Ursprungsantrag der Grünen hat sich aus der Situation ergeben, dass das, was gerade in Schulen passiert ist, für uns nicht mehr nachvollziehbar ist. Aber nicht nur für uns Grüne, ab morgen werden die Schulen wieder geschlossen, weil die Schutzmaßnahmen eben nicht funktionieren. Aber auch Lehrer- und Elternverbände, Schülervertretung und sogar die FDP auf Landesebene fordert mittlerweile Luftreinigungsgeräte.

Es soll auf Biegen und Brechen Präsenzunterricht durchgeführt werden, die Schulbusse sind voll wie eh und je – obwohl es Landesmittel für eine Optimierung der Schülerbeförderung gibt und aus anderen Landkreisen deutliche höhere Anstrengungen bekannt sind, denn das bisschen Unterstützung einiger Routen im Nordkreis muss zwar positiv bewertet werden, ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Hier rächt sich aber ohnehin, dass wir bei der Schülerbeförderung immer mehr den Fokus auf die schwarzen Zahlen der VLG als auf eine angemessene Qualität und Quantität gelegt haben. Wenn die Schüler*innen dann in den Klassen sind, soll Lüften bei winterlichen Außentemperaturen die Sicherheit bringen und die Schüler*innen und Lehrer*innen sollen sich wohl und sicher fühlen.

Und dann kommt die AfD noch mit einem Antrag, nur die Lehrerzimmer durch Luftreinigungsgeräte zu schützen, weil noch keine Person unter 18 Jahren in Niedersachsen gestorben ist. Wir wissen aber mittlerweile schon, dass auch jüngere Schüler*innen erkranken (mit nicht bekannten Langzeitfolgen) – Ende November in der Bundesrepublik 18.240 – und dass ein großer Teil der Lehrer*innen – die dann im Regelfall im Klassenraum sind und nicht im Lehrerzimmer – schon älter sind. Eine aktuelle österreichische Studie hat ergeben, dass ein höheres Infektionsgeschehen sich im Umfeld der Schulen widerspiegelt.

Mittlerweile gibt es aber auch wissenschaftliche Untersuchungen – z.B. durch die Uni Frankfurt oder die Bundeswehruniversität München, dass die Konzentration der Aerosole allein durch entsprechend leistungsfähige Luftreinigungsgeräte zu reduzieren ist. Damit ist natürlich nicht die CO2-Konzentration zu regeln, da braucht es schon das klassische Lüften, aber kontrolliert.

Und das ist der Hintergrund des Antrags der Grünen:

  • Beschaffung von CO2-Kontrollgeräten zur Kontrolle der CO2-Konzentration
  • Beschaffung von Luftreinigungsgeräten mit HEPA-Filtern für die Klassenräume

Das Problem ist halt, dass adäquate Geräte sehr teuer sind – mehr als 3.000€. Das liegt natürlich auch daran, dass niemand in der Kultusbürokratie im schönen Sommer Gedanken über den Winter in den Schulen gemacht hat, jetzt gibt es großen Bedarf und die Preise sind hoch.

Deshalb hat Rüdiger Wockenfuß den Antrag gestellt, jetzt erst einmal ein Gerät pro Schule zu beschaffen, damit wenigstens die Räume ausgestattet werden können, die aus verschiedenen Gründen nicht ordentlich belüftet werden können. Dies ist mittlerweile auch eine Position der Kultusministerien. Aber perspektivisch gilt: Wer Präsenzunterricht in voller Klassenstärke haben will, wird den Schutz der Menschen in den Schulen optimieren müssen.

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