Zukunft pflanzen!

Unser Wald wird Naturwald – für jedes neugeborene Kind 10 m²

Rede von Dustin Rösemann Ratssitzung am 15.12.2025

Stellen Sie sich vor, Sie halten Ihr neugeborenes Kind zum ersten Mal im Arm. In diesem Moment wünschen Sie sich doch nur eines: Dass es in einer Welt aufwächst, die lebenswert ist. Mit sauberer Luft, mit summen in den Wäldern, mit einer intakten Umwelt und mit Orten, von denen es später sagen kann: „Hier bin ich gerne zu Hause, hier fühle ich mich wohl.“
Doch was hinterlassen wir diesen Kindern heute? Wälder, die unter Dürre ächzen. Arten, die verschwinden. Und eine Klimakrise, die uns sagt: Wir müssen handeln – jetzt!
Die letzten Jahre haben uns gelehrt: Klimakrise und Artensterben warten nicht.

Konket etwas tun

Heute haben wir die Chance, konkret etwas zu ändern. Mit einer Idee, die so einfach ist wie wirkungsvoll: Für jedes neugeborene Kind in Gifhorn nehmen wir 10 Quadratmeter Wald aus der Nutzung – und schenken sie der Natur zurück.

Warum 10 Quadratmeter? Weil jeder Quadratmeter zählt. Weil selbst kleine Flächen Biotope für bedrohter Arten sind und weil Naturwälder nicht nur schön aussehen, sondern 30% mehr CO₂ speichern als Wirtschaftswälder (das nenne ich hocheffizent, oder?!?). Wir leben nun mal einer Zeit, in der wir jeden Baum brauchen, um das Klima zu stabilisieren.


Und warum Gifhorn?

Weil wir es uns leisten können! Unsere Stadt besitzt genug Wald und Flächen, um dieses Projekt problemlos starten zu können. Langfristig kann man sich beim Landkreis oder anderen Akteuren nach konstruktiven Kooperationspartnern umschauen. Vielleicht hat der Krankenhauskonzern Helios selbst ja auch Interesse sich zu beteiligen…?

Doch wie machen wir das?

Erstens: Wir starten mit einem Pilotprojekt – eine städtische Fläche, zum Beispiel an der Ise, im Klausmoor oder bei Wilsche. Kein Kauf nötig, keine neuen Kosten.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet 5% des Waldbestandes zu Naturwald umzubauen. Doch dieses Ziel, welches schon 2020 erreicht werden sollte, wurde weit verfehlt. Wir können dabei helfen, es nun doch noch zu erreichen! Es fehlen noch ca. 100.000 Quadratmeter.


Zweitens: Die Eltern werden eingebunden. Jede Familie bekommt eine Urkunde mit den Koordinaten ‚ihres‘ Waldstücks. Wer mag, kann Pate werden – und beim Pflanzen oder Pflegen helfen. Bürgerbeteiligung ohne Bürokratie!


Drittens: Finanzierung
• Fördergelder (z. B. von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung) könnten mögliche Anfangskosten decken.
• Lokale Unternehmen können Bäume sponsern – gute PR für sie, guter Wald für uns.
• Langfristig sparen wir sogar Geld, weil Naturwälder weniger anfällig für Schädlinge sind als Fichten-Monokulturen.

Ein Gewinn für Alle

Und falls jemand fragt: Was ist mit der Holzwirtschaft? – dann antworten wir: Dieser Wald ist keine Konkurrenz, sondern ein Gewinn. Ein Gewinn für das Klima, für den Tourismus, für unsere Kinder.
Ein Wald ist so viel mehr als nur ein Lieferant für Sauerstoff und Baustoffe, so viel mehr als nur eine artenreiche Kohlenstoff-Senke.
Ein Baum ist so viel mehr als nur sein Holz, seine Blätter und sein Lebensraum.

Was spricht dagegen?

• „10 Quadratmeter – das ist doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein!“ Aber 10 Quadratmeter sind der Anfang. Und mehr als die 0 Quadratmeter, die wir heute garantieren. Außerdem sind mir leider bisher keine Änderungsanträge bekannt, die mehr fordern – da hätte ich mich jedoch sehr drüber gefreut.
• „Das kostet doch nur Geld!“ Nein. Wir nutzen bestehende Flächen und setzen auf Bürgerengagement. Die einzige Investition ist unser politischer Wille.
• „Das bringt doch nichts für Gifhorn!“ Doch. Es bringt uns Naturschutz und mehr Artenvielfalt. Und es bringt uns stolze Bürgerinnen und Bürger, die sagen: Meine Stadt handelt auch für die nächste Generation.

„Wir haben die Welt nur von unseren Kindern geborgt.“

Zeigen wir also, dass Politik auch an die allerkleinsten denkt. Auch das ist Familienfreundlichkeit!
Es ist unsere Chance. Nicht nur zu reden, sondern zu handeln. Nicht nur zu verwalten, sondern Zukunft zu pflanzen.
Und machen wir nicht mit, wenn die Feinde der Demokratie unser Land und unsere Stadt beständig nur schlecht reden. Machen wir stattdessen unsere Kommune zu einem noch viel bessereren Ort. Wir von Bündnis 90/Die Grünen machen hierfür einen konkreten Vorschlag.
Deshalb bitte ich Sie heute: Stimmen Sie für diesen Antrag. Geben Sie jedem Kind in Gifhorn 10 Quadratmeter Hoffnung. Hoffnung auf eine Stadt, die nun auch einen wahrlichen Zukunftswald haben soll. Hoffnung auf eine Stadt, die sagt: Bei uns wächst Zukunft.
Mit diesem Antrag bekommt jedes Gifhorner Kind ein Stück klimaresilienten Wald, das CO₂ bindet, Arten schützt – und später als Erholungsraum dient.

Und die ganze Stadt bekommt einen widerstandsfähigen Naturwald. Ein Waldumbau hin zu trocken-resistenten Pflanzen ist bei uns sowieso notwendig.
Daher lassen Sie uns gemeinsam Ja sagen – zu Gifhorns Naturwald.

Vielen Dank.


Anmerkung: Der Antrag wurde ohne Gegenrede und ohne Angebe von Gründen und auch ohne Stellungnahme der Verwaltung am 15.12.2025 mehrheitlich abgelehnt.
Dustin Rösemann
Dustin Rösemann

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