Schulangebot im Sekundarbereich II
Antrag der Fraktionen in Räten der SG Boldecker Land und Brome
Die Mitglieder der Räte der SG Boldecker Land und der SG Brome fordern die Fraktionen im Kreistag sowie die Mitglieder des Kreistages aus den beiden Samtgemeinden auf, in den beiden Samtgemeinden ein Schulangebot im Sekundarbereich II zu schaffen und den nachfolgenden Antrag in den Kreistag einzubringen.
Die Kreisverwaltung wird aufgefordert, den Antrag in die aktuelle Schulentwicklungsplanung einzubeziehen.
Antrag
- Die Mitglieder des Rates der SG Brome beantragen die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) mit Oberstufe in der SG Brome. Dieser Punkt hat für die Samtgemeinde Brome höchste Priorität, jedoch ist uns bewusst, dass seitens der Kreisverwaltung und des Arbeitskreis Schulentwicklungsplanung signalisiert wurde, dass diese Variante derzeit nicht in Betracht gezogen werde.
Obwohl wir den Vorschlag für wichtig in der schulischen Versorgung und des pädagogischen Angebotes in unserer Region halten, beantragen wir bei Ablehnung von Punkt 1 folgendes:
- Die Mitglieder der Räte der SG Boldecker Land und der SG Brome beantragen die Errichtung eines Gymnasiums auf dem Hoheitsgebiet der beiden Samtgemeinden, ergänzt um ein Haupt- und Realschulangebot.
Begründung:
Die Samtgemeinde Boldecker Land umfasst 6 Gemeinden und hat fast 11000 Einwohner. Im Sekundarbereich I und II besuchen Zurzeit ca. 750 Schüler und Schülerinnen die Schule. In der Samtgemeinde gibt es im SekundarbereichI nur das Angebot einer einzügigen Oberschule mit ca. 120 Schülerinnen und Schüler.
Die Samtgemeinde Brome umfasst 7 Gemeinden und hat über 17000 Einwohner. Die Sekundarbereiche I und II besuchen zurzeit ca. 1250 Schülerinnen und Schüler. In der Samtgemeinde selbst gibt es im SekundarbereichI nur eine einzügige Hauptschule und eine zweizügige Realschule im Schulzentrum Rühen mit insgesamt ca. 380 Schülerinnen und Schülern.
Ein Angebot für den Sekundarbereich II gibt es in beiden Samtgemeinden nicht, so dass ca. 660 Schülerinnen und Schüler auf eine IGS und ca. 940 Schülerinnen und Schüler (insgesamt etwa 1600 Schülerinnen und Schüler) außerhalb der Samtgemeinden zur Schule pendeln müssen. Dies ist nur mit entsprechend langen, zum Teil unzumutbaren, Fahrwegen und Fahrzeiten möglich. Davon werden ca. 1000 Schülerinnen und Schüler in Wolfsburger Schulen beschult. Dies bedeutet, dass ca. zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich I und II außerhalb der beiden Samtgemeinden pendeln müssen. Ebenfalls kein zumutbarer Zustand, den es so in keiner anderen Gebietseinheit im Landkreis Gifhorn gibt.
Die Stadt Braunschweig hat nun beschlossen keine Schülerinnen und Schüler mehr aus dem Landkreis Gifhorn auf zu nehmen. Eine ähnliche Maßnahme ist mittelfristig auch von der Stadt Wolfsburg zu erwarten. Auf solch eine Situation ist der Landkreis als zuständiger Schulträger überhaupt nicht vorbereitet. Hier muss es das gemeinsame Ziel sein, ein eigenes Angebot mit ausreichend Kapazitäten im Landkreis vor zu halten.
Die IGS Wittingen ist bereits vierzügig und die IGS Sassenburg bereits fünfzügig. Beide Schulen sind somit an der Kapazitätsgrenze. Ähnlich ist die Situation am Gymnasium Hankensbüttel (für die Samtgemeinde Brome neben Wolfsburg gymnasialer Schulort). Wenn man sich die Schullandschaft im Landkreis Gifhorn genau anschaut, gibt es im Osten, in den Samtgemeinden Boldecker Land und Brome, einen weißen Fleck in dem dringend ein Angebot im Sekundarbereich II ergänzt werden muss.
Seit Jahren fordern die beiden Räte der SG auf dem Gebiet der Samtgemeinden Boldecker Land und Brome ein Angebot im SekundarbereichII. Trotz vielfacher Aufforderungen hat die Kreisverwaltung keinerlei Lösungsansätze mit den beiden SG besprochen und auch kein Schulkonzept vorgelegt. Dieses Konzept fordern dringlich ein.
Die Samtgemeinde Brome hat bislang konkret eine IGS mit einem Oberstufenangebot gefordert. In einer IGS in der Samtgemeinde Brome kann das Ziel erreicht werden alle Schüler und Schülerinnen vor Ort ihrem individuellen Leistungsvermögen gemäß zu unterrichten und zu fördern, so dass sie sich ihren Begabungen entsprechend entwickeln können. Dies ist weiterhin die bevorzugte Variante.
Von dieser Variante wird, nach den verschiedenen Gesprächen mit den Beteiligten und eindeutiger Mitteilung durch die Kreisverwaltung vom 27.06.2025, von der Kreisverwaltung und dem Arbeitskreis Schulentwicklungsplanung, Abstand genommen. Sie erscheint deshalb nicht mehr durchsetzbar.
Die Fraktionen der beiden SG-Räte haben sich deshalb darauf verständigt, alternativ ein Gymnasium im Hoheitsbereich der beiden Samtgemeinden einzufordern. Wir erwarten von der Kreisverwaltung einen geeigneten Vorschlag und stehen für einen konstruktiven Austausch bereit. Die beiden Samtgemeinden sind sich über die Herausforderung bewusst und bereit, ihre Infrastruktur und Gebäude einzubringen.
Wir müssen uns möglichst schnell aus der Abhängigkeit von der Stadt Wolfsburg im Bereich des SekundarbereichII lösen. Neben einer Unabhängigkeit spart der Kreis auch die nicht unerheblichen Zahlungen an die Stadt Wolfsburg.
Der Wille der Gebietseinheiten bei der Schulentwicklungsplanung im Landkreis Gifhorn muss Berücksichtigungfinden.
Es gibt keine negativen Auswirkungen, weder auf das Gymnasium Hankensbüttel noch auf die IGS Wittingen und auf die IGS Sassenburg. Die Schulen können im Gegenteil von der gegenwärtigen Volllast auf ein normales Niveau zurückgeführt werden, was ein Vorteil für alle Beteiligten wäre.
Ein gutes dreigliedriges Schulsystem im Landkreis Gifhorn wird durch den Erhalt der Haupt und Realschule sichergestellt.
Die Schülerbeförderung kann besser organisiert werden. Die zum Teil weiten Entfernungen zu den Schulen und die teilweise langen und nicht zumutbaren Fahrzeiten von bis zu 2 Stunden (rechtlich nicht zulässig) können entfallen.
Es gibt auch eine Entlastung für die VLG, da es bereits einen Schülertransport zur Haupt und Realschule gibt.
Die kürzeren Schulwege und die damit verbundene Zeitersparnis kommt den Schülerinnen und Schülern für ihre Freizeitgestaltung zugute (Chancengleichheit gegenüber städtischen Verdichtungsräumen).
Der Öffentliche Nahverkehr aus den beiden Samtgemeinden in die beiden Zentren Wolfsburg und Gifhorn kann davon profitieren.
Die beiden Samtgemeinden Boldecker Land und Brome investieren bereits erhebliche Mittel in ihre Schulzentren Weyhausen und Rühen. Zurzeit erfolgt ein Neubau für die Realschule und die Sanierung der Hauptschule in Rühen. Ein Gymnasium könnte problemlos integriert werden. Dies hat erhebliche Vorteile gegenüber einem neuen Standort an anderer Stelle im Kreisgebiet.
Sowohl der Verbleib, als auch die Verlagerung der Haupt- und Realschule zum Schulzentrum Weyhausen ist möglich.
Die Oberschule in Weyhausen kann entfallen
Das Wohl der Schüler und Schülerinnen muss Vorrang gegenüber den übrigen Belangen haben. Sie sind unsere Zukunft.
Peter Albrecht Frank Warnecke Jürgen Bammel Jörg Böse
Fraktionssprecher Fraktionssprecher Fraktionssprecher Fraktionssprecher
SPD/PUL B‘ 90 /DIE GRÜNEN FWG CDU
Im Rat der Samtgemeinde Brome
Brome, den 29.01.2026