Fairer Wettbewerb der Ideen – mit offenen Fragen zur familienfreundlichen Politik der SPD Gifhorn

Mit Interesse habe ich die Nominierung von Christopher Finck zum Bürgermeisterkandidaten des Stadtverbands der SPD Gifhorn zur Kommunalwahl 2026 verfolgt. Zu dieser Nominierung gratuliere ich herzlich und wünsche ihm persönlich alles Gute für den anstehenden Wahlkampf.

Besonders begrüße ich, dass Christopher Fink seine langjährige Arbeit im Stadtelternrat KITA und sein Engagement für Familienpolitik in den Mittelpunkt seiner Kandidatur stellt. Eine familienfreundliche Stadt ist und bleibt ein zentrales Zukunftsthema für Gifhorn – darin sind wir uns parteiübergreifend einig.

Umso bedauerlicher ist jedoch ein Blick auf die politische Praxis der Stadt-SPD, zuletzt sichtbar in der Ratssitzung am vergangenen Montag. Dort stimmte die SPD-Fraktion gegen Maßnahmen für sichere Verkehrswege für Schülerinnen und Schüler sowie gegen die auskömmliche Förderung des queeren Jugendzentrums – beides aus meiner Sicht zentrale Bausteine moderner, gelebter Familienpolitik.

Gerade sichere Schul- und Radwege entlasten Familien im Alltag, fördern Selbstständigkeit von Kindern und Jugendlichen und sind ein aktiver Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Ebenso ist die Unterstützung queerer Jugendarbeit ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dass selbst Matthias Nehrlich, amtierender CDU-Bürgermeister der Stadt Gifhorn, auf dem CSD betonte, queere Arbeit sei auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor, macht die ablehnende Haltung der SPD-Fraktion umso erklärungsbedürftiger. Soll doch Wirtschaftaftskompetenz ein klarer Baustein der SPD sein.

Wir Bündnis 90/Die Grünen Gifhorn haben im Rat konstruktive Vorschläge eingebracht, die sowohl den städtischen Haushalt entlasten, als auch die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern verbessern sollten. Dass die SPD in der Stadt Gifhorn diese Initiativen nicht mitgetragen hat, steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den nun formulierten Schwerpunkten ihres Bürgermeisterkandidaten.

Ich hoffe daher sehr, dass Christopher Finck als Kandidat Impulse setzen kann, die zu einer kohärenteren und progressiveren Ausrichtung in Gifhorn führen – insbesondere dort, wo Familienfreundlichkeit, Vielfalt und Zusammenhalt nicht nur Schlagworte, sondern konkrete politische Entscheidungen erfordern.

Trotz dieser inhaltlichen Unterschiede freue ich mich auf einen fairen Wahlkampf. Es wird ein Wettbewerb der Ideen sein – und genau diesen offenen, sachlichen Austausch braucht unsere Stadt. Für Gifhorn geht es um nichts weniger als eine soziale, sichere und zukunftsfähige Stadt für alle Generationen.

Dominik Ruder, Bürgermeisterkandidat 2026

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