Mahnwache Fukushima

Mahnwache Fukushima in Gifhorn am 11.03.2016

Mahnwache: 5 Jahre Fukushima

Fukushima: Die verschleppte Katastrophe

„Fünf Jahre nach dem GAU von Fukushima sind die Folgen für Mensch und Umwelt noch immer verheerend. Nach wie vor tritt radioaktives Wasser aus der AKW-Ruine aus und die beschädigten Brennelemente sind immer noch nicht geborgen. Zehntausende können nicht in ihre strahlenbelastete Heimat zurückkehren. Die Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern und Jugendlichen steigt drastisch an. Von einer juristischen und politischen Aufarbeitung der Ereignisse kann kaum die Rede sein.
Der Kreisverband der Grünen hatte zu einer Mahnwache in Gifhorn zum Gedenken der Atom-Katastrophe aufgerufen. Rund 30 Atomkraft Gegnerinnen und Gegner trafen sich zu einer Schweigeminute. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten von eigenen Eindrücken und Erlebnissen, die sie mit den Atom-Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima verbinden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass die Atomkatastrophe von Fukushima zeigt, dass selbst ein fortschrittliches Industrieland diese Gefahrentechnologie nicht beherrschen kann: Atomkraft ist und bleibt eine teure Risikotechnologie mit unkontrollierbaren Folgen! Die Regierung Abe schwört trotzdem auf den vermeintlich billigen Atomstrom und ignoriert damit nicht nur die massiven Gefahren für AKWs in Japan durch Erdbeben und Vulkane, sondern auch den Wunsch der japanischen Gesellschaft nach einem Atomausstieg. Dabei sind die Bedingungen für einen Umstieg auf Erneuerbare Energien in Japan mit seiner Technologie-Affinität, exzellenten Forschung und vielfältigen geophysischen Möglichkeiten exzellent.
Auch unsere europäischen Nachbarn glauben noch an die Mär vom beherrschbaren Atomrisiko – und sollten es doch längst besser wissen, wie jüngst die Zwischenfälle im AKW Fessenheim und Tihange zeigten.
Zugleich richtet sich der Protest gegen den Weiterbetrieb und die drohende milliardenschwere Steuerbefreiung für die acht noch laufenden AKW.
„Erst soll die Allgemeinheit für einen Großteil der Atommüll-Kosten aufkommen. Jetzt wollen CDU und CSU auch noch die Brennelemente-Steuer abschaffen und den AKW-Betreibern so weitere 5 Milliarden Euro schenken. Das kann nicht sein“, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mahnwache einig. Wir fordern: „Keine Steuerbefreiung für AKW!“
„Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, sich vehement für die Abschaltung grenznaher Schrottmeiler einzusetzen und klar Stellung gegen geplante Milliarden-Subventionen für neue britische Atomkraftwerke zu beziehen“, so der stellv. Kreissprecher Frank Höpner. „ Weltweit muss die Bundesregierung außerdem tatkräftig dafür werben, dass Erneuerbare Energien die klimafreundliche und bezahlbare und vor allem sichere Alternative zur Abhängigkeit vom atomaren Risiko sind.“
„Wir begrüßen, dass der ZGB jetzt Vorranggebiete für Windkraftanlagen festgelegt hat, „berichtete die ZGB Abgeordnete der Grünen, Nicole Wockenfuß.“ Damit kann auch im Landkreis Gifhorn die Energiewende fortgesetzt werden.“

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