Nicole Wockenfuß

Ihre Bürgermeister-Kandidatin für Gifhorn

Interview mit der Aller-Zeitung

AZ: Gifhorn ist als Wohnort beliebt. Wie soll es in den nächsten Jahren gelingen, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen ?

Ich möchte eine nachhaltige Stadtentwicklung, dass heißt mindestens 20 Prozent sozialen Wohnungsbau in allen neuen Baugebieten. Umsetzung neuer Wohnformen wie Senior*innen- und Behinderten-WGs, etwa im Hohen Feld. Außerdem brauchen wir Programme wie zum Beispiel “Jung Kauft Alt” und eine Quartiersentwicklung die dem Rechnung trägt.

AZ: Immer mehr junge Familien ziehen in das Stadtgebiet und in die Ortsteile. Krippen- und Kindergartenplätze werden knapp. Wie sieht das Zukunftskonzept aus, um für ausreichend Kita-Plätze zu sorgen?

Durch den Beschluss der Landesregierung, den Kindergartenplatz kostenlos für 8 Stunden Betreuung anzubieten und den Rechtsanspruch jedes Kindes auf 4 Stunden Betreuung zu gewährleisten, laufen wir dem Bedarf im Moment hinterher. Als mittelfristiges Ziel will ich die Gruppengrößen auf 20 Kinder in den Kindertagesstätten reduzieren und damit weiter in die Qualität investieren. Die Träger*innenvielfalt zu erhalten, ist mir dabei sehr wichtig.

AZ:Viele Straßen in Gifhorn sind marode. Für die Sanierung werden vielfach Anlieger zur Kasse gebeten. Der Protest gegen hohe Straßenausbaubeiträge wächst. Ist die Abschaffung dieser Zwangsabgabe möglich und welche Finanzierungs-Alternativen gibt es?

Gifhorner Straßen sind überwiegend in gutem Zustand. Wenn keine Straßenausbaubeiträge mehr erhoben werden muss der Ausbau anders finanziert werden, dies ginge nur über eine Grundsteuererhöhung. Ich will das bisherige System beibehalten, so lange es keinen rechtssicheren Ausgleich für die Bürger*innen gibt, die in den letzten Jahren ihre Straße voll finanziert haben und durch eine Grundsteuererhöhung dann doppelt herangezogen würden.

Bürgermeister-Kandidatin Nicole Wockenfuß
AZ: Insbesondere kleine Fachgeschäfte haben in den letzten Jahren in der Innenstadt ihre Pforten geschlossen. Junge Menschen tätigen ihre Einkäufe überwiegend im Internet. Wie kann es gelingen, die Innenstadt weiterhin attraktiv zu gestalten und ein Läden-Sterben zu verhindern?

Die Innenstadt braucht ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, in dem gemeinsam mit allen Bürger*innen festgelegt wird, wie wir unsere Innenstadt attraktiver gestalten . Was fehlt, sind Angebote für Jugendliche und Restaurants die auch nach 21.00 Uhr noch warmes Essen anbieten und attraktivere Plätze, um mehr Menschen in die Innenstadt zu locken. Eine Innenstadt lebt nicht allein von Geschäften sondern auch von einem reizvollen Umfeld.

AZ: Im jüngsten Fahrradklima-Test des ADFC ist Gifhorn bundesweit erneut auf einem hinteren Platz gelandet. Was muss getan werden, um das Radwegenetz in der Stadt deutlich zu verbessern?

Wir brauchen gut ausgebaute breite und sichere Radwege. Grundsätzlich beidseitige Führungen des Radverkehrs. Wir brauchen endlich eine klare Nord-Süd-Verbindung. Überdachte und sichere Unterstellplätze. Wir brauchen ein Miteinander im Straßenverkehr. Das erarbeitete Leitbild Mobilität 2030 ist auszuwerten und das Radverkehrskonzept muss mit entsprechendem Personal fortgeschrieben und umgesetzt werden.

Zum Feiern fahren viele junge Gifhorner schon seit Jahren in die Nachbarstädte, denn eine Disco gibt es in Gifhorn schon lange nicht mehr. Jetzt ist auch noch das Brauhaus dicht. Welche Möglichkeiten gibt es, um das Freizeit-Angebot für Jugendliche zu verbessern?

Ich unterstütze die Idee des Kinderschutzbundes, Angebote für ältere Jugendliche im Jugendhaus zu verwirklichen. Lokale sollten rauchfrei werden, um auch 16jährigen den Zugang zu ermöglichen. Die Grille bietet heute schon viele Angebote. Außerdem brauchen wir Örtlichkeiten, in denen Feiern von Jugendlichen, wie z. B. die Jahrgangsfeiern, unkompliziert ausgerichtet werden können.

Mitfahrportal/-App für umliegende Diskos einrichten.

AZ:Viele Flüchtlinge sind seit 2015 nach Gifhorn gekommen. Wie kann die Integration dieser Menschen gelingen?

Viele Ehrenamtliche leisten hervorragende Integrationsarbeit. Wichtig ist, dass wir es schaffen, die Geflüchteten mit den Bürger*innen Gifhorns zusammenzubringen. Dazu will ich die Einrichtungen die wir haben stärken und unterstützen. Das Fest “Gifhorn International” ist ein guter Baustein, sich ungezwungen kennen zu lernen. Gut integrierte und in Ausbildung befindliche Geflüchtete möchte ich vor Abschiebung schützen.

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