Stellungnahme: Bebauungsplan Windpark Benitz

Die Diskussion um den möglichen Windpark zwischen Benitz, Altendorf und Wiswedel wurde in der Ratssitzung vom 21. April 2026 sehr emotional geführt. Uns ist wichtig zu betonen: Mit dem Beschluss wurde noch kein Windpark gebaut. Es ging zunächst darum, überhaupt die Voraussetzungen zu schaffen, damit konkrete Planungen geprüft werden können.

Denn nur mit einer konkreten Planung können wir beurteilen, ob gesetzliche Abstände eingehalten werden, welche Auswirkungen das Projekt tatsächlich hätte und ob es am Ende sinnvoll umgesetzt werden kann. Ohne belastbare Unterlagen wäre keine verantwortungsvolle Entscheidung möglich.

Uns ist auch wichtig, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Deshalb können wir die Forderung nach einer neutralen Informationsveranstaltung grundsätzlich nachvollziehen und unterstützen diese ausdrücklich. Aus unserer Sicht macht eine solche Veranstaltung aber erst dann Sinn, wenn konkrete Planunterlagen vorliegen und offen über tatsächliche Standorte, Abstände, Auswirkungen und mögliche Vorteile gesprochen werden kann.

Der Vergleich mit Zicherie greift dabei zu kurz. Dort wurde zwischen einem Solarpark und einer Erweiterung des bestehenden Windparks abgewogen. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich klar für den Solarpark ausgesprochen – und genau dieser wird nun umgesetzt. Für das Gebiet Benitz/Wiswedel/Altendorf gibt es dagegen bislang noch keine konkrete Planung, sondern erst den Einstieg in das Prüfverfahren.

In der Debatte wurde deutlich, dass viele Menschen die Energiewende grundsätzlich unterstützen – solange Windräder nicht in ihrer Nähe entstehen. Dieses „Nicht vor meiner Haustür“-Denken bringt uns jedoch nicht weiter. Wenn wir Klimaschutz, Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien ernst meinen, dann müssen wir auch vor Ort Verantwortung übernehmen.

Gerade angesichts internationaler Krisen und steigender Energieabhängigkeiten ist der Ausbau erneuerbarer Energien wichtiger denn je. Windkraft ist dabei ein zentraler Baustein.

Außerdem kann ein solcher Windpark auch finanzielle Chancen für unsere Gemeinde bieten. Viele Kommunen stehen aktuell unter großem finanziellen Druck – auch wir. Einnahmen aus der sogenannten Akzeptanzabgabe könnten helfen, wichtige Projekte vor Ort zu unterstützen. Perspektivisch könnten dadurch möglicherweise auch freiwillige Einrichtungen wie unser sanierungsbedürftiges Freibad profitieren.

In der Sitzung wurden zudem viele Behauptungen über Windkraft aufgestellt, die wissenschaftlich nicht belegt sind. Moderne Windenergieanlagen unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben und werden umfassend geprüft.

Für uns bleibt deshalb klar: Wir wollen eine sachliche, transparente und faktenbasierte Diskussion – und am Ende eine Entscheidung, die sowohl die Interessen der Bürgerinnen und Bürger als auch die Zukunft unserer Gemeinde im Blick hat.

Bündnis 90/Die Grünen – Fraktion im Rat des Flecken Brome

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