Antrag zum Kreisumweltausschuss

Unterrichtung zum Energy Sharing nach § 42c EnWG

Symbolbild Photovoltaik: Ein Haus umringt von Bäumen mit Photovoltaik auf dem Dach.

Sehr geehrter Herr Landrat,

die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN / Die FRAKTION beantragt die Unterrichtung über folgenden Sachverhalt im nächsten Ausschuss für Umwelt, Bau, Energie und Regionalplanung:

Antrag:

Die Verwaltung unterrichtet den Ausschuss über

  1. die aktuelle Rechtslage nach § 42c EnWG sowie ergänzende Vorgaben der EU-Kommission,
  2. den Stand der technisch-organisatorischen Voraussetzungen der Verteilnetzbetreiber (Mess- und Abrechnungssysteme, Smart-Meter-Infrastruktur) im Landkreis Gifhorn,
  3. Möglichkeiten der Vertragsgestaltung und der Anpassung bestehender Lieferverträge in Bezug auf die kreiseigenen Gebäude,
  4. bestehende Fördermodelle sowie mögliche kommunale Förderinstrumente,
  5. Informationsangebote für die Kreisverwaltung selbst, die Mitgliedsgemeinden, kleine und mittlere Unternehmen sowie interessierte Privatpersonen.

Begründung:

Mit dem Inkrafttreten des Energy Sharing am 1. Juni 2026 eröffnet sich für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie kleine und mittlere Unternehmen im Landkreis Gifhorn die Chance, erneuerbare Energie gemeinschaftlich zu nutzen und damit die regionale Energiewende zu beschleunigen. Derzeit fehlt jedoch ein klarer Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die technischen Voraussetzungen der lokalen Verteilnetzbetreiber und die finanziellen Auswirkungen für Teilnehmende. Es besteht das Risiko, dass interessierte Akteure aufgrund von Unsicherheiten von einer Teilnahme absehen, wodurch Potenziale für dezentrale Erzeugung und Lastverschiebung ungenutzt bleiben.

Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglicht es Kreisverwaltung und Kreispolitik, proaktiv Informations- und Beratungsangebote zu entwickeln und unterstützt den Landkreis selbst dabei, seine Klimaziele – insbesondere die Reduktion von Treibhausgasemissionen um 55 % bis 2030 – zu erreichen. Energy Sharing hat das Potenzial, die lokale Wertschöpfung zu stärken, Bürgerbeteiligung zu fördern und zur sozialen Akzeptanz erneuerbarer Energien beizutragen. Unsere Gruppe sieht im Energy Sharing ein zentrales Instrument, um Energie demokratischer zu verteilen, Netzinvestitionen effizient zu nutzen und die Resilienz der Energieversorgung im ländlichen Raum zu erhöhen. Eine zeitnahe Unterrichtung stellt daher wichtige Weichen für eine nachhaltige, gemeinwohlorientierte Zukunft der Energieversorgung im Landkreis Gifhorn.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Schroeder Jan-Phillip Meyer

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