Laut des Berichts „Global Trends“ des UNHCR sind derzeit 117 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie nie zuvor. Die meisten verbindet ein unfassbar schweres Schicksal, das ihnen sehr viel Stärke, Mut und Widerstandskraft abverlangt. Auch wenn wir Konflikte, Kriege und Vertreibungen nicht beenden können, so soll der 20. Juni, der Weltflüchtlingstag, ein Zeichen der Solidarität senden.
„Sei ein Mensch“ (Leon Reif)
Papst Leo XIV hat zu diesem Anlass das Flucht-Schicksal von Kindern besonders in den Blick genommen. Er sieht zu Recht die Würde und die Rechte von Kindern verletzt und prangert die Abschottungspolitik von Ländern und ganzen Kontinenten weltweit an.
Wir wollen uns im Landkreis Gifhorn dafür einsetzen, dass Menschen, die zu uns kommen, die Möglichkeit haben anzukommen, teilzuhaben und sich ein Leben aufzubauen. Denn Migration gehört zu unserer Gesellschaft. Deshalb muss u.a. unsere Ausländerbehörde ein echtes Willkommenszentrum sein.
Aus aktuellem Anlass : Ein Leserbrief
Unser Grünen-Mitglied Klaus Rautenbach aus Isenbüttel macht sich in seinem Leserbrief (veröffentlicht in der Gifhorner Rundschau am 27. Mai 2026) schon jetzt für unsere Ziele stark, nachdem kürzlich in der Presse über Hintergründe berichtet wurde, die zur Entlassung der Stabsstellenleiterin Integration geführt haben:
„Seit mehr als zehn Jahren engagiere ich mich gemeinsam mit vielen anderen Ehrenamtlichen dafür, dass Geflüchtete im Landkreis Gifhorn Unterstützung beim Ankommen erhalten und ihren Weg ohne bürokratische Überforderung und öffentliche Anfeindungen gehen können. Die Stabsstelle Integration war dabei für mich und vor allem für die Betroffenen eine wichtige Hilfe. Insbesondere Frau zum Felde hat sich mit außergewöhnlichem Engagement, großer fachlicher Kompetenz und wohltuender Empathie große Verdienste erworben. Dass es dabei auch Reibungen, etwa mit der Ausländerbehörde, gegeben haben mag, kann ich gut nachvollziehen. Gerade darin lag jedoch der Ansatz der Stabsstelle Integration, die 2017 in dem Bewusstsein gegründet wurde, dass Integration eine ressortübergreifende Aufgabe ist und deshalb dem Landrat direkt unterstellt wurde. Für eine solche Aufgabe braucht es eben Menschen, die außerhalb des administrativen Mainstreams den Menschen mit ihren Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen. Als Außenstehender kann ich die Fragen von arbeitsrechtlichen Verstößen und ihre Bewertung nicht beurteilen. Tatsache ist aber, dass mit dem Weggang von Frau zum Felde eine große Lücke entstanden ist, für Ehrenamtliche und Menschen mit Migrationsgeschichte. Und die Willkommenskultur im Landkreis könnte durchaus noch optimiert werden und dies schaffen Ehrenamtliche nicht allein. Deshalb gilt es jetzt, einen Menschen zu finden, der sich dieser Aufgabe mit Kopf, Herz und Hand stellt und sich mit dem notwendigen Selbstbewusstsein in einer großen Kreisverwaltung auch mit individuellen Wegen durchsetzt. Dass gerade Gerüchte gestreut werden, dass die Stabsstelle insgesamt aufgelöst werden könnte, stimmt da nicht gerade hoffnungsfroh.“
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