Weihnachten 2015

Weihnachten 2015

Frohe Weihnachten und gutes Neues Jahr

Haben wir nicht wie bei „Last Christmas“ jederzeit die Chance umzuschalten, anstatt „den besorgten Bürger“ zu spielen!?

Liebe Freundinnen und Freunde,

zu Weihnachten geht es um Emotionen. Das Fernsehprogramm, die Tageszeitung und selbst die persönlich geteilten Inhalte im Netz sind voll von Liebe und Menschlichkeit. „Last Christmas“ habe ich dieses Jahr noch nicht ein einziges Mal gehört, vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir mein Programm weitestgehend selbst zusammen stelle. Mit Podcasts, Mediatheken, RSS-Feeds mache ich mir die Welt wie sie mir gefällt, könnte man meinen. Wenn auf dem Smartphone, dem PC und der Flimmerkiste nur noch das eigene Wunschprogramm läuft, besteht dann nicht die Gefahr sich einseitig zu informieren!? Es ist wohl wie mit allen Dingen in unserem Leben, die Mischung macht es. Früher nannte man es gesunden Menschenverstand, heute könnte man es auch Medienkompetenz nennen, bei der unglaublichen Vielfalt an Informationen, die da täglich auf uns zu kommt.

Wer nicht gelernt hat zu filtern und abgekapselt in seiner kleinen Welt lebt, lässt sich leicht einfangen und glaubt mit einem Klick auf „Gefällt mir“ einer großen Gemeinschaft anzugehören. Andere gehen montags raus auf die Straße  und verlangen gar am Ostermontag, das die Kirchenglocken abgeschaltet werden. Damit der Protest gegen den vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Untergang des Abendlandes nicht gestört wird.

Unterschiedliche Meinungen muss eine Demokratie aushalten können und wir lassen uns alle von Emotionen immer wieder mitreißen, was uns menschlich macht. Wie viele Themen waren es in diesem Jahr wieder, welche mit Superlativen durch die Medienlandschaft getrieben wurden? Was hat uns dann tatsächlich direkt an der Haustür erreicht? Haben wir nicht wie bei „Last Christmas“ jederzeit die Chance umzuschalten, anstatt „den besorgten Bürger“ zu spielen!?

Ja die Flüchtlingsnot hat uns direkt vor der Haustür erreicht, und jetzt heißt es Menschen in Not zu helfen, anstatt zu jammern. Als wir die Jahre zuvor den „Banken in Not“ geholfen haben, wurde niemand als „Gutmensch“ bezeichnet. Ein Milliardenpokerspiel überschattete jahrelang alles andere. Während zeitgleich Krisen- zu Kriegsregionen wurden.

Ich persönlich war in diesem Jahr mehrfach erstaunt darüber, wie viel Herzlichkeit in Mitmenschen hier im Landkreis Gifhorn steckt. Für die quasi aus dem Boden gestampfte Erstaufnahmeeinrichtung in Ehra-Lessien  fanden sich innerhalb kürzester Zeit engagierte Mitbürger, denen man einfach nur höchsten Respekt zollen muss! Solange wir Menschen Auge in Auge miteinander kommunizieren und leibhaftig erleben, dass es noch andere echte Lebewesen mit allen ihren individuellen Eigenarten auf der Welt gibt, solange besteht die Chance auf ein friedliches Miteinander.

Norbert SchulzeBesinnliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr

Ein persönlicher Kommentar
von Norbert Schulze
(Kreisschatzmeister)

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