Gemeindebüro arbeitet mit Linux

Gemeindebüro und Kindergarten Bokensdorf

Bericht: Moderne und sichere IT in der Gemeindeverwaltung Bokensdorf

Im Dezember 2019 bekam ich von den Mitgliedern des Gemeinderates das Mandat, die IT im Gemeindebüro zu prüfen und auf einen aktuellen Stand zu bringen. Die vorhanden PCs waren noch auf Windows 7, für das der Hersteller Microsoft zu Jahresbeginn endgültig den Support eingestellt hat. Des Weiteren hatte man dort noch einen Microsoft Server mit Active Directory und eigenen E-Mail-Server für 2 aktive Postfächer! Die gesamte Hardware stammt aus dem Jahr 2013.

Da die IT-Anlage nur an wenigen Stunden in der Woche genutzt wird, wollte ich das gesamte System nicht 1:1 gegen neue Komponenten austauschen und nicht das grundsätzliche Konzept zu überdenken. Zumal ich ja im Jahre 2017 genau dieses Verfahren bei unserer Samtgemeinde angeprangert hatte (Grüne Fraktion will zukunftsfähige IT im Rathaus Weyhausen). In der Samtgemeinde hatte man damals unsere Argumente ignoriert und ist mit hohen Investitionskosten quasi in der Vergangenheit geblieben. Einige Zeit später kam es mit der neuen Anlage dann zu einen kompletten mehrtägigen IT-Ausfall im Rathaus der Samtgemeinde. Ursache war ein Befall der verwendeten Microsoft Betriebssysteme mit Computerviren. Da der Virus gleich alles im Hause erreichen konnte, konnte er auch einen immensen Schaden verursachen. Die Wiederherstellung dauerte dann auch mehrere Wochen. Daraus zog man dann dort ein Lehre und begann in 2019 die IT der modernen Zeit anzupassen und viele Dinge auszulagern.

Im Gemeindebüro wurde von mir die auf dem lokalen Server gespeicherten Daten in die Cloud eine regionalen Anbieters migiert. Als Cloudsystem wurde eine weit verbreitete OpenSource-Lösung genommen. Die Verschleißteile der PCs wurden ausgetauscht und als Betriebssystem wurde Linux mit einem freien Officesystem installiert. Die Anschaffungskosten waren somit unter 100EUR und die fortlaufenden Kosten für die Cloudlösung und Mailhosting belaufen sich auf 120EUR im Jahr. Alles DSGVO-konform! Nicht zuletzt durch die Verwendung von Linux sehr sicher gegen Schadprogramm, die es vorwiegend im Microsoft-Produkte abgesehen haben.

Fazit: Im Januar war die neue IT im Gemeindebüro einsatzbereit zu sehr geringen Kosten. Als dann im März der erste Corona-Lockdown kam, konnte durch das Konzept sehr einfach Home-Office für die Gemeindearbeit realisiert werden.

Ein Bericht von Norbert Schulze (IT-Experte und Mitglied im Gemeinderat Bokensdorf)