„Auch dahin gehen, wo es wehtut“

Julia Willie Hamburg und Christian Schroeder bei Wittinger Druckerei Neef + Stumme

Roger Diekmann führt Julia Willie Hamburg und Christian Schroeder durch das Werk

Am 29. September 2022 besuchte die Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Landtagswahl, Julia Willie Hamburg, den insolventen Wittinger Druckereibetrieb Neef + Stumme. Begleitet wurde sie vom Wahlkreiskandidaten Christian Schroeder. Beide nahmen sich zunächst eine gute Stunde Zeit, um sich von Betriebsleiter Roger Diekmann und Betriebsratsvorsitzendem Henning Strey die Situation des Unternehmens, seiner Mitarbeitenden und der Druckereibranche insgesamt schildern zu lassen. Anschließend führte Diekmann die Anwesenden durch den Betrieb, vorbei an PCs, Druckmaschinen und der Trockenstrecke.

Hamburg und Schroeder bedankten sich für die Bereitschaft der Betriebsleitung, trotz der schwierigen Unternehmenslage einen solchen Besuch zuzulassen. Denn bei allen Besonderheiten der Insolvenz des Wittinger Unternehmens gebe es Entwicklungen, die die Branche als Ganzes und auch andere Branchen beträfen. Diekmann selbst nannte unter anderem Herausforderungen wie die Corona-Pandemie, die Papierkrise und die stark gestiegenen Energiekosten, aber auch Chancen wie die konstanten Verkaufszahlen bei qualitativ hochwertigen Magazinen. „Politik sollte auch dahin gehen, wo es wehtut. Unser Besuch bei Neef + Stumme erlaubt uns zu fragen: Was ist schiefgelaufen? Was kann die Politik daraus lernen?“, so Schroeder, der auch Beigeordneter und Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Wittinger Stadtrat und Gifhorner Kreistag ist.

Zukunftsweisende Wirtschaftspolitik

Mit Blick auf die Landes- und Bundespolitik erläuterte Hamburg, wie die GRÜNEN in Zukunft Unternehmen besser durch sich wandelnde Marktlagen helfen wollen, um den Wirtschaftsstandort Niedersachsen zu stärken: „Staatliche Unterstützung kann es etwa durch stille Beteiligungen und Bürgschaften geben. Außerdem wollen wir von Landesseite Transformationsgipfel in den Regionen initiieren. Wo Unternehmen sich nicht mehr ändern können oder wollen, kann man wenigstens die Beschäftigten gut in neue Bereiche bringen.“

Hamburg erkundigte sich auch nach den ökologischen Potenzialen der Druckereibranche. Ein Teil der Abwärme der Trockenstrecke hätte in ein Nahwärmenetz geleitet werden sollen, berichtete Jens-Uwe Janke von der Eens Knesebecker Nahwärme GbR. Glücklicherweise habe sich hier bereits ein anderes örtliches Unternehmen als Ersatz gefunden. Schroeder betonte, es sei in solchen Situationen Aufgabe der Politik, möglichen „Kettenreaktionen“ vorzubeugen.