LKW mit riskantem Gefahrgut auf der B188 durch die Dörfer

LKW mit riskantem Gefahrgut auf der B188 durch die Dörfer

Gefahrgut auf der Straße durch die Dörfer

Warum muss Gefahrgut durch die Dörfer vom Landkreis Gifhorn transportiert werden?

Ein Kommentar von Norbert Schulze

In der letzten Woche fuhr ich mit meinem e-up direkt hinter einem Gefahrguttransporter auf der Bundesstraße B188 in Richtung Gifhorn. An der Ampel in Weyhausen machte ich ein Foto von dem LKW, da ich mal heraus finden wollte, was es denn nun mit der Kennzeichnung am Heck des Fahrzeugs auf sich hat. Insbesondere der Warnhinweis mit der Temperaturanzeige interessierte mich. Diese kryptischen Kennungen kennen wahrscheinlich nur Feuerwehrleute auswendig.

Erste Hinweise auf Wikipedia

Auf Wikipedia steht dazu: Kennzeichnung für in erwärmtem Zustand transportierte Materialien. Flüssigkeiten mit oder über 100 °C, Feststoffe über 240 °C (Beispiel: Flüssiges Aluminium, Transporttemperatur ca. 800 °C).  Zu dem harmlos wirkenden schwarz/weißen Schild in der Mitte steht dort: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände.

Detaillierte Infos für Einsatzleiter

Genaueres fand ich dann zu der Gefahrgutnummer 99 und der UN-Nummer 3257 auf einem Wiki für Einsatzleiter der Feuerwehr bzw. Rettungskräfte:
1. Eigenschaften: Leicht oder spontan entzündbar, Sehr heißer Stoff, Gefahr einer heftigen Reaktion bei Kontakt mit Wasser, Die Flüssigkeit kann bei Brandeinwirkung brennen.
2. Gefahren: Entwickelt giftige und reizende Dämpfe bei starker Erwärmung oder Brand, die Dämpfe können unsichtbar sein und sind schwerer als Luft. Sie breiten sich am Boden aus und können in Kanalisation und Kellerräume eindringen.

Gefahrgut runter von der Straße!?

Nun gibt es auch Sicherheitsfanatiker, welche auch mein Elektroauto als hochgefährlich einstufen. Man neuerdings sogar spezielle E-Auto Löschcontainer entwickelt. Doch während man ein Elektroauto – falls das Akku mal Feuer fängt – sicher kontrolliert abbrennen lassen kann, sind tausende Liter gefährlicher flüssiger Stoffe auf einem LKW definitiv riskanter. Was ist, wenn sie bei widrigen Witterungsbedingungen auf nasser oder glatter Fahrbahn mitten im Dorf ins schlingern kommen, kollidieren oder umkippen? Sind unsere Feuerwehren so gut ausgestattet, um mit den oben genannten Stoffen umzugehen? Es gibt zwar strenge Auflagen für den Transport von Gefahrgut auf LKWs und der Busgeldkatalog ist lang, dennoch sollte immer die Frage des tatsächliche Bedarfs im Vordergrund stehen; Muss jetzt dieser Transport genau auf diesem Weg durchgeführt werden? Werden Unternehmen in der Nähe damit beliefert? Kann man das nicht auf die Schiene verlagern?

Fazit: Es bleiben Fragen. Als Kommunalpolitiker kann man nur auf die Risiken hinweisen und darauf drängen, dass die lokalen Einsatzkräfte mit entsprechenden Mitteln ausgestattet werden. Bei Gewerbeansiedlung sollte man nicht nur den Blick auf die Steuereinnahmen haben!

Norbert Schulze

Norbert Schulze

 

Bis dann,
Norbert

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