Antibiotikaresistenzen

Rede von Nicole Wockenfuß im Kreistag, am 21.April 2021 zur Anfrage der GRÜNEN Kreistags-Fraktion

Anrede

wie schon in unserer Anfrage beschrieben, gehören Antibiotikaresistenzen laut dem RKI zu der größten medizinischen Herausforderung unserer Zeit.

Antibiotikaresistente Erreger treten verstärkt dort auf, wo viele Antibiotika eingesetzt werden. Das ist in den Krankenhäusern und in der Nutztierhaltung der Fall. Besonders gefährdet sind Kinder, Senior*innen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr.

600.000 Menschen erkranken im Jahr an multiresistenten Keimen, 20.000 Menschen sterben laut dem RKI daran. Daher ist die konsequente Kontrolle der Antibiotika-Abgabe in der Landwirtschaft und die damit einhergehende Beratung zur Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Wie sich Krankheiten ausbreiten können, bei denen Medikamente nicht wirken, sehen wir an der derzeitigen Pandemie.

In unserer Anfrage heute geht es darum, was es heißen würde wenn wir die Aufgabe zur Kontrolle der Antibiotika-Abgabe in Tierstellen vom Land auf den Landkreis verlagern.

Die Grüne Fraktion im Landtag und auch unsere Kreistagsfraktion halten es deshalb für unabdingbar, die „Spezialeinheit“ für Antibiotika-Kontrollen in der Tierhaltung beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz LAVES zu belassen und nicht die Aufgabe an die Landkreise zu übertragen

Nach Aussage unserer Landtagsfraktion haben sich die Mitarbeiter*innen extra für diese Aufgabe beim LAVES beworben. Sie sind hoch engagiert und motiviert. Sie wurden nach Eignung ausgewählt ,sie haben sich fortgebildet und haben, seit es die Aufgabe gibt, sechs Jahre Erfahrungen sammeln können.

Knapp 400 Tonnen Antibiotika werden in der Tierhaltung allein in Niedersachsen verbraucht.

Wir als Grüne Kreistagsfraktion sehen, dass man das LAVES eher stärken sollte, statt es abzuschaffen. Antibiotika-Einsparungen benötigen mehr, nicht weniger fachliche Expertise.

Das Argument, man konzentriere damit die Aufgabe auf einer Ebene, weil die Landkreise sowieso in die Tierställe gehen, ist ein schwaches Argument, da das LAVES auch weiterhin die Kontrolle über die tierärztlichen Hausapotheken und auch die Zuständigkeit für Tierimpfstoffherstellung hat. Man würde also eine Aufgabe, die im LAVES in einem Dezernat mit 40 Mitarbeiter*innen erfüllt wird, unnötig aufsplitten und damit Synergieeffekte verlieren.

Um die Kontrollen durchzuführen, die dann hier im Landkreis notwendig sind bedarf es auf jeden Fall mehr Personal und wir wissen hier alle, dass das Land gerne Arbeit abgibt, aber nicht die benötigte finanzielle Ausstattung dazu.

Konnexität ist zur Zeit in Niedersachsen eher ein Fremdwort. Lassen sie uns also gemeinsam für mehr Schutz des Menschen kämpfen und dafür sorgen, dass das LAVES so bestehen bleibt.

Billiger wird’s nicht!

Vielen Dank

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren

Verwandte Artikel